schreiberlink-kolumne


Hinterlasse einen Kommentar

Briefkastensegnung

In diesem Jahr habe ich die heiligen drei Könige verpaßt. Genau genommen habe ich verpaß,t mich in die Liste meiner Gemeinde in einzutragen, in der sich einträgt, wer den Besuch der heiligen drei Könige wünscht, um die Segnung für das eigene Haus und das neue Jahr zu bekommen.
Zu doof. Im letzten Jahr hatte ich es angemeldet und dann den Termin bekommen, wann sie in meine Gegend kommen und gewartet und gewartet und wurde nicht enttäuscht. Da kamen sie mit ihren Heerscharen und mit Gitarre und den Sprüchlein, der Spendenbüchse mit nicht nur einen Schlitz für die Münzen, sondern auch mit einem Loch, in das man die gerollten Scheine hinein stecken kann, wie die Könige mich aufklärten. Wie zeitgemäß. Außerdem hat man die Wahl, ob man die CMB Insignien auf den Sturz der Haustür althergebracht mit Kreide geschrieben haben will oder ganz modern als Aufkleber bekommen möchte. Ich hatte mich ohne Zögern für die Kreide entschieden, dann tat es mir leid, den bei der Wahl des Königs, der bei mir anschreiben durfte – jedes Kind wollte anschreiben – fiel der kleine Junge gleich heraus, er konnte noch nicht schreiben. Ich hatte schon entschieden, dass der kleine Junge den Segensspruch anschreiben konnte, als ich mich aber gleichsam für die Kreidevariante entschieden hatte, fiel der Kleine aus dem Kader der Schreiberlinge heraus. Doch dann griff der liebe Gott einmal erbarmend in mein Leben – oder in das des kleinen Königs ein, denn die Kreide schrieb nicht auf dem edel lackierten Sturz meiner Wohnungstür. Nun half nur noch die Aufklebervariante, der Kleine wurde von dem Großen hochgehoben und durfte das 20 CMB 14 ankleben.
So war das im letzten Jahr. Weiterlesen