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Ein Kommentar

Neulich in Caracas

Ich saß – gemütlich eine Tasse Kaffee trinkend – bei einem Kunden in der Nähe der Innenstadt. Am Abend musste ich mit einem Inlandsflug weiter. Ich bat meinen Gastgeber, mir rechtzeitig ein Taxi zum Flughafen zu bestellen. Ein Stunde Fahrzeit plant man üblicherweise ein. Genügend Zeit um problemlos durch die Innenstadt von Caracas zu kommen und dann noch die 900 Höhenmeter hinab zum Flughafen Marquetia, der direkt am Meer liegt, zu bewältigen.
Da die Ortsansässigen nie mit Stau rechnen und um Diskussionen zu vermeiden, gebe ich meine Abflugzeit stets 30 Minuten früher an. So komme ich nie in Zeitdruck.
Das Taxi kommt zur vereinbarten Zeit. Doch irgendwas stimmt heute nicht. Nach einer halben Stunde sind wir immer noch in der Innenstadt. Skeptisch frage ich meine Taxifahrerin, ob wir es denn rechtzeitig schaffen. „Si, si, “
Sie ist sich sicher, wir schaffen es. Dabei versinkt die Stadt versinkt komplett im Verkehrschaos. Demnächst sind Wahlen und die sozialistische Partei hat Tausende von Demonstranten mobilisiert, die in roten T-Shirts durch die Straßen ziehen und dabei den Verkehr still legen. Aus allen Richtungen dringen die Parolen und Lieder vergangener Revolutionen aus Lateinamerika an mein Ohr:
Venceremos; Venceremos „ Wir werden siegen“
Meine Bedenken werden größer. Weiterlesen


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Ihr müßt euch schon selbst unterhalten

Ich lese in der Zeit. „Kein W-Lan. Ihr müßt euch schon selbst unterhalten“ steht auf der tafel einer Berliner Gaststätte. Ich sitze im Zug. Neben mir sitzt ein äußerst geschäftiger Geschäftsmann, er telefoniert, arbeitet am PC und da er auf meinem Fensterplatz sitzt, fragte er mich dreimal, ob ich den PC-Anschluß nutzen will. (Der gehörte schließlich zu meinem Platz). Nein, ich habe keine Lust zum Arbeiten, träume vor mich hin. „Wenn es immer nach der Lust ginge“, sagte der Geschäftsmann und arbeitet ohne aufzublicken weiter. Weiterlesen


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Nächtliche Zimmersuche in Singapur

Das Flugzeug war voll besetzt, als wir in Singapur ankamen. Meine Haare waren wohl für die dortigen Verhältnisse etwas lang, jedenfalls war ich der Letzte, der abgefertigt wurde. Mit Absicht oder Zufall? Nun war es inzwischen zwei Uhr nachts. Die billigen Quartiere, die wir uns schon mal im Reiseführer ausgesucht hatten, waren alle belegt. So liefen wir von einem Hotel zum anderen in dem entsprechenden Viertel und wurden langsam immer ratloser. Da begegnete uns ein Chinese, den wir schon im Flugzeug getroffen hatten. Auch er war auf der Suche. Plötzlich hatte er ein Idee und er lotste uns zu einem Hotel, das tatsächlich Zimmer für uns hatte. Es waren zwar nur dünne Sperrholzwände zwischen den Räumen als Abtrennung, doch wir waren hundemüde und froh, überhaupt noch ein Dach über dem Kopf zu haben in dieser Nacht. Weiterlesen