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Maisernte

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heute ist der letzte Sonnentag in diesem Sommer – das hat jedenfalls gestern der Wetterbericht gesagt: Und wirklich scheint den ganzen Tag die Sonne. Nachdem wir die Zeitungen ausgetragen hatten, kam laut brummend ein riesiger Mähdrescher auf unserer Straße entlang. Moritz rief mich extra zurück – eh schau mal – grinste er und sagte – die Maisernte beginnt. Kurz darauf bin ich aufs Gütle. Vorab fuhr ich noch tanken, auch um Benzin für die Wasserpumpe zu holen. Da kam doch tatsächlich so ein riesiges Mähmonster an die Tankstelle, es wirkte bedrohlich.  Seine Schneidblätter waren zwar eingeklappt, aber sie blinkten silbrig scharf und gefährlich. Ich hatte schon Angst, dass mich der Fahrer nicht sieht und sprang schnell über die Einfahrt zu meinem klitzekleinen Opel. Und was mußte ich sehen – zwischen  blenda med glitzernden Freßscheiben des Mähmonsters klebten Essensreste – eine zerquetschte Maisstange – Moritz hatte Recht – die Maisernte hat begonnen! Bald werden wir nachlesen auf den nahen Feldern, um so noch etwas mehr Futter für die Tiere zu haben.
Die Pferde waren noch im Padock, aber die Schafe waren draußen. Sie ergriffen auch gleich die Flucht, als sie mich kommen sahen – ja ich hab es bemerkt, die hatten die restlichen einzelnen Salatblätter vom Tisch geholt. Und die Kiste mit den Brötchen, die ich gestern Abend bekommen hatte, haben sie auch entdeckt. Aber Gott sei Dank war die mit einem Deckel fest verschlossen – aber immerhin zwei, drei Meter durch die Gegend geschleift hatten sie sie schon- Man kanns ja mal versuchen. Von Lindach her keiften die Affen und schon war ich wieder auf meiner Urwaldinsel ! Die Bananen, die der Supermarkt nicht verkaufen konnte und die wir nun geschenkt bekommen haben, bot ich den Gänsen und der Ziege an, der Njandu wollte gar nicht so recht. Und den Schafen schnitt ich einige – aber wie es so ist, sie glaubten ja, dass ich mich wieder fürchterlich über ihren Ausbruch aufrege und liefen erst mal weg. Dann kam doch Flocki und noch zwei junge Schafe und stürzten sich auf die Bananen, aber nach wenigen Stückchen war ihnen das wohl zu pappich, sie nahmen lieber von den heruntergefallenen Äpfeln und zogen wieder ab. Zur Feier des Tages, durften nun auch die Pferde raus auf die Wiese. Die noch nicht ganz trockenen Brötchen habe ich auf die sonnigen Stellen unterhalb des Brunnens gestellt und mit dem Aufwickeln und Neustecken des Zaunes begonnen. Die Sonne schien , mir wurde heiß und ich zog ein Hemd nach dem anderen aus. Dann zog ich sie wieder an, um die Brennesseln zu sicheln und die letzten Ampferpflanzen, die voller trockener brauner Samen waren, in einen großen Papiersack zu sammeln. Immer einen Blick dabei auf die Tiere, damit sie ja nicht die Brötchen, die in der Sonne trockneten, entdecken. Aber die Schafe waren schon satt und hatten sich einen Siesta-Platz im Schatten des Waldrandes gesucht und die Pferde waren noch mit dem Grünen beschäftigt.
Heute Abend  gegen fünf will ich noch mit Moritz das Wasser hochpumpen und vielleicht die Dieseln verbrennen.

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