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Badewanne, Schnittchen, Wunschkonzert und EWG

Der Höhepunkt eines Samstag Abends war für mich die Kombination aus Badewanne, Schnittchen, Wunschkonzert im Radio und EWG im Fernsehen.
Nach vier Stunden Schule am Samstag Morgen ging es mit dem Rad schnell nach Hause, wo ich meinem Vater bei der Gartenarbeit helfen durfte. Hecken schneiden, Laub zusammen kehren, Rasen mähen – das stand alles auf dem Programm. Alle Gartenabfälle wurden gesammelt und hinter unserem Haus auf der großen freien Wiese verbrannt.
Ich war immer stolz, dass ich mit der großen Heugabel das Feuer wenden durfte und hatte durch den Rauch und die um mich herumfliegenden Funken und Rußpartikel schnell neben den roten Pausbacken auch überall graue Flecken im Gesicht und Rauchgeruch in den Haaren.
Aber was würde mich als Belohnung am Samstag Abend erwarten? Ein Schaumbad – nur für mich alleine in unserer Badewanne! Weiterlesen


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Mein erster Schultag

Es war wieder Frühling. Ostern stand vor der Tür und somit mein sechster Geburtstag. Der ganz spezielle Schulanfangsgeburtstag. Aber vorher sollte ich nun tatsächlich in die Schule kommen. Viel aufregender und viel spannender als alles bisher Erlebte. Es war endlich so weit. Ich hatte diesen Tag sehnlichst erwartet.
Mein Bruder und ich wurden herausgeputzt. Dabei wurden auch noch einmal ganz genau die doch schon sauberen Fingernägel überprüft. Mein schöner, neuer, brauner Lederranzen wurde auf den Rücken gesetzt und die passende lederne Brottasche quer über den Körper gehängt. Das Beste war jedoch die herrlich bunte und große Schultüte voller süßer Überraschungen, die ich fest mit meinem linken Arm an meinen Körper drückte.
Meine Eltern hatten ebenfalls ihren Sonntagsstaat angezogen. Weiterlesen


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Vertreibung aus dem Paradies

In meinem Haferfass – ich hatte wohl bei der letzten Fütterung den Deckel nicht richtig verschlossen – saß heute eine Maus. Angelockt von dem leckeren Geruch war sie hineingekrochen und tiefer gerutscht als es ihr lieb war. Immerhin konnte sie sich satt essen an dem, was sie begehrte. Richtig weich war sie gefallen, aber das Fass war ja nur halbvoll – das hatte sie übersehen und nun saß sie auf den Leckerbissen und wollte doch raus. Denn bei Licht betrachtet war sie recht schutzlos und in Gefahr. Als ich das Fass öffnete, flitzte sie aufgeregt herum und bettelte geradezu, wieder heil aus dem Paradies heraus gesetzt zu werden. Ich tat ihr den Gefallen – hab ja schließlich fast schön Übung darin.

Diana


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Birgit

Birgit kommt aus dem Schwedischen und bedeutet „die Starke“.
Meine Eltern haben einen nordischen Namen für mich ausgewählt, obwohl oder vielleicht gerade weil mein Vater ein hessisches Urgestein war. Wäre es nämlich nach dem Wunsch meiner Mutter gegangen, so hieße ich heute Susanne. Aber mein Vater erklärte diesen Namen für absolut unmöglich. Wurde doch die beste Freundin seiner Mutter niemals Susanne Gernand, sondern auf gut hessisch immer die „Gernand’s Suss“ gerufen.
So einigten sich meine Eltern auf diesen klaren, deutlichen Namen, der im hessischen Sprachgebrauch im Jahre 1965 – meinem Geburtsjahr – noch keine Veränderung bzw. Abwandlung in einer hessischen Dialektform erfahren hatte.
Meine Namensgebung wurde durch die Familientradition meiner Mutter jedes Jahr am 1. Februar mit dem Namenstag gefeiert. Weiterlesen